Mögliche Einführung des “Bestellerprinzips”

Seit Jahren schon fordert Bündnis 90/Die Grünen eine Novellierung der Provisionen zu Gunsten der Wohnungssuchenden. Nun geht die Sache voran. In ihren Koalitionsverhandlungen haben sich CDU/CSU und die SPD auf ein “Paket für bezahlbares Wohnen und Bauen” geeinigt. Dabei wird auch die Einführung des “Bestellprinzips” für Mietwohnungen hitzig diskutiert.

Was genau ist das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip meint, dass immer derjenige, der den Makler beauftragt auch die Maklercourtage von 2,38 Monatskaltmieten inkl. MwSt. bezahlen muss. Bisher zahlten meist die künftigen Mieter diese Provision, nun soll sie vom Vermieter, der zumeist den Makler beauftragt übernommen werden. Nur noch in seltenen fällen, in denen der Makler im Auftrag des Mieters nach der Wohnung gesucht hat, muss weiterhin dieser die Provision bezahlen, da er in diesem Fall der Auftraggeber ist. Ist das nun ein Fluch oder ein Segen für die Wohnungssuchenden? Und was bedeutet das für die Makler? Auch wir als Ihre Immobilienmakler in München, Augsburg, Landsberg und Starnberg wären davon natürlich betroffen. Unsere fundierte Meinung dazu ist:

Diese Umlagerung der Maklerprovision wird für niemanden ein Segen sein!

Folgende Dinge bereiten uns Kopfzerbrechen:

Nachteile für Sie als Wohnungssuchende:

  • • Durch die Einführung des Bestellerprinzips wird für Sie der Bezug Ihrer neuen Immobilie vielleicht etwas günstiger, allerdings wird auch das Finden einer geeigneten Immobilie viel schwieriger werden, da durch den Wegfall der Provision viel mehr Bewerber auf eine Immobilie kommen werden als bisher.
  • • Evtl. wird auch das Beziehen der neuen Wohnung nicht billiger, da Makler jeden Interessenten in Zukunft bereits vor der Besichtigung einen Suchauftrag unterzeichnen lassen, wodurch Ihnen die Provision doch wieder vom künftigen Mieter bezahlt werden müsste.
  • • Die Mehrkosten, die die Vermieter bei Beauftragung eines Makler haben, könnten auf den Mieter durch höhere Mietpreise wieder umgelegt werden.

 

Nachteile für Sie als Eigentümer:

  • • Der offensichtlichste Nachteil zuerst: In der Regel müssten Sie als Eigentümer die Maklerprovision bezahlen, wodurch Ihnen die ersten zwei Monatsmieten des neuen Mieters nur als Kostendeckung dienen würden.
  • • Die Auswahl geeigneter  Mietinteressenten, vor allem bei Objekten mit hoher Nachfrage, kann nur von einem Makler richtig getroffen werden. Zum einen, weil er mehr Zeit zur Verfügung hat, um sich mit den Interessenten auseinander zu setzen, zum anderen, da der Makler – zumindest, wenn er seriös ist und seinen Job ernst nimmt – jeden Interessenten durch Bonitätsprüfungen und Überprüfung seiner Miethistorie erstmal durchleuchtet, bevor ihm die Immobilie ernsthaft angeboten wird. Dieser unerlässliche Service würde Ihnen verloren gehen, wenn Sie aus Kostengründen von der Beauftragung eines Maklers absehen würden.
  • • Ebenso würde ein professionell gestaltetes Expose und Anzeigen, die Ihre Immobilie bei der richtigen Zielgruppe in angemessener Weise präsentieren sollen entfallen, wenn ein Makler nicht beauftragt wird.

Man könnte nun noch zahlreiche weitere kleinere Nachteile aufzählen, doch wir belassen es hierbei – die offensichtlichsten und größten Nachteile wurden genannt. Für uns als Makler ist das Bestellerprinzip natürlich auch von Nachteil, da viele unserer Vermietungs-Kunden voraussichtlich wegfallen würden und die Konkurrenz auf dem Markt zwischen den etwa 30.000 Maklerunternehmen in Deutschland erheblich ansteigen würde. Dadurch könnte sich zudem – aus der Notsituation heraus, die sich für viele, meist auf Vermietungen spezialisierten, Maklerunternehmen ergeben würde – eine große Anzahl an schwarzen Schafen entwickeln, die der ganzen Branche Schaden zufügen würden.

Stimmen Sie gegen das Bestellerprinzip für Ihren Immobilienmakler in München, Augsburg, Landsberg und Starnberg!

Deshalb rufen wir Sie auf: Stimmen Sie gegen das Bestellerprinzip und unterstützten Sie uns! Unter nachfolgendem Link, können Sie Ihre Stimme abgeben: https://www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-einfuehrung-des-bestellerprinzips   Abschließend noch eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, was von CDU/CSU und SPD im “Paket für bezahlbares Wohnen und Bauen” geplant wurde:

  • • Bei Neuvermietung darf die Miete maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
  • • Bestandsmieten dürfen nur noch um 15 % innerhalb von vier Jahren erhöht werden.
  • • Die Modernisierungsumlage auf die Mieter sinkt von 11 % auf 10 %.
  • • Für Immobilienmakler soll ein Fachkundenachweis eingeführt werden.
  • • Im Maklerbereich soll ein erfolgsunabhängiges Honorar eingeführt werden.
  • • Wiedereinführung der degressiven Abschreibung in Teilmärkten für 5 Jahre.
  • • Förderung von genossenschaftlichem Wohnen.
  • • Schaffung von mehr studentischem Wohnraum.
  • • Im Bereich der Liegenschaftspolitik vom Höchstgebotverfahren abgesehen werden, wenn sich im Bauprojekt “bezahlbares Wohnen” wieder findet.
  • • Im sozialen Wohnungsbau sollen Leistungshöhe und Miethöchstbeträge an die Bestandmieten angepasst werden.

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